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Woher kommt Taiji Quan?

Der Legende nach wurde Taiji Quan im 12. oder 13. Jahrhundert von dem Mönch Zhang San Feng erfunden, nachdem dieser den Kampf zwischen einem Vogel und einer Schlange beobachtet hatte. Die Schlange wich dabei dem Angriff des Vogels geschickt aus. Wenn er den Kopf attackierte, so wich sie zurück und griff ihrerseits mit dem Schwanz an. Daraus entstand das Prinzip: "Wenn der Gegener auf die linke Seite Druck ausübt, so wird die linke Seite substanzlos, wenn Druck auf die rechte Seite wirkt, wird die rechte Seite leer." (Nach einer Taiji-Abhandlung von Wang Chung Yueh, Ming-Dynastie)

Zhang San Feng bezeichnete seine Kunst als Chang Quan (langes Boxen). In seiner Abhandlung heißt es: "Das lange Boxen ist wie ein langer Fluß oder ein großer Ozean, der vorwärts fließt ohne Unterbrechung" - ein Hinweis auf die gleichmäßig fließenden Bewegungen, die auch mit dem Ziehen eines Fadens aus einem Seidenkokon verglichen werden. Zieht man zu schnell, so reißt der Faden.

Ein weiterer früherer Name des heutigen Taiji ist: Shi San Shi Quan (Das Boxen der 13 Bewegungen). Diese sind: Abwehren, Zurückrollen, Drücken, Schieben, Ziehen, Spalten, Ellenbogenstoß, Schulterstoß sowie vorwärts Gehen, Zurückziehen, nach links Blicken, nach rechts Schauen und Verwurzeln.

Der Name Taiji Quan (Das Boxen des höchsten Letzten) stammt vom bekannten Taiji-Symbol (tai chi tu, siehe rechts), das das Verhältnis von Yin (schwarz - die Schattenseite des Berges) und Yang (weiß - die von der Sonne beschienene Seite des Berges) darstellt:

Sowohl Yin als auch Yang verstärken sich immer wieder zu ihrer größten Ausprägung. Dort beginnt aber jedesmal wieder der Gegenpol, der sich dann wieder verstärkt. Außerdem enthält das Yin immer auch etwas Yang und das Yang immer auch etwas Yin (Die Punkte in den entgegengesetzen Farben). Der stete Wechsel von Yin und Yang, dem Zurückziehen und vorwärts Gehen ist ein Grundprinzip des Taiji und wird in der Form angewendet.

Bis zum 19. Jahrhundert verliert sich die Spur des Taiji, weil es über lange Zeit nur im Geheimen praktiziert und vom Vater an den ältesten Sohn weitergegeben wurde. So entstanden verschiedene Familien-Stile, die nach deren Namen benannt wurden (Chen, Yang, Wu, Sun, ...). Die Geheimhaltung gewährleistete die Sicherheit der eigenen Familie in Zeiten, in denen man vor Überfällen von Verbrechern nicht sicher war. Erst mit dem Aufkommen der Feuerwaffen verlor das Taiji Quan seine Bedeutung zur Selbstverteidigung und es wurden auch fremde Personen in die Kunst eingeweiht.

Der im Tai-Chi-Forum Arnsberg praktizierte Stil ist der Yang-Stil. Er wurde von Yang Lu Chan (1799 - 1872) begründet.


 

 
   © 2001 by Norbert Jacobs •  njacobs@tai-chi-arnsberg.de